Eine irrwitzige Projektidee: Krabat goes Home to Croatia

Zwei Lausitzer und eine Kroatin haben eine irrwitzige Idee. Ich helfe ihnen und schreibe ihre Idee auf. Hier die Kurzfassung.

Ganz kurz gesagt
Ein Oberlausitzer Kunst- und Kultur-Tross bringt den „guten sorbischen Zaubermeister Krabat“ dorthin zurück, wo sein historisches Vorbild einst herkam. Eine europäische Pilger-Reise. 

Was ist Idee des Projekts? 
Eine Gruppe von Lausitzer „Kultur-Botschaftern“ reist in Gestalt eines Kunst- und Kultur-Trosses mit Pferden, Gespannen und Begleitfahrzeugen für etwa 60-70 Tage, auf einer Strecke von ca. 1.500 km zurück zum Geburtsort des „echten“ Krabat in die kroatisch-slowenische Gebirgsregion Zumberak. Der Kunst- und Kultur-Tross bringt dabei Krabats kulturelle Entwicklungs-Leistung von seinem Wirkungsort, der sächsischen Oberlausitz, „symbolisch“ genau auf dem Weg zurück, den 360 Jahre zuvor sein historisches Vorbild in umgedrehter Richtung nach Sachsen nahm.

Welchen historischen Hintergrund hat das Projekt? 
Im Jahre 1660 kommt der hochgebildete kroatische Offizier und Söldner Janko Sajatovic/deutsch: Johann von Schadowitz (1624-1704) mit einer Einheit von 60 Reitern und 96 Pferden nach Sachsen, um am Dresdner Hof seinen Dienst in der Leibgarde des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. anzutreten. Nach seiner Pensionierung bleibt Sajatovic in Sachsen und leistet einfallsreich „Entwicklungshilfe“ in der sorbischen Oberlausitz. Nach seinem Tod 1704 verwandelt der Volksmund Schadowitz in die Sagenfigur des „guten sorbischen Zaubermeister Krabat“ (Krabat = Croat). Über drei Jahrhunderte bleibt die Sagenfigur und die historische Leistung des „echten“ Krabat in Kroatien unbekannt.

Welche „Botschaft“ wollen wir vermitteln?
Der Kunst- und Kultur-Trosses versteht sich als gestische Verbeugung vor den erstaunlichen Potentialen europäischer Völkerverständigung. Krabat erscheint hierbei als eine vergessene und zugleich geglückte Begegnung zwischen der Bevölkerungsgruppe einer in „Not geratenen Region“ (Oberlausitz) mit der außergewöhnlichen Persönlichkeit eines anderen Volkes. Diese Begegnung führte schon vor mehr als 300 Jahren zu einer nachhaltigen Hochachtung und Verehrung, die auch heute noch „identitätsprägende“ Spuren hinterlässt. Eine alte Wahrheit bewahrheitet sich hier exemplarisch: Weil Heimische und Fremde einander achtsam und neugierig begegnen, entsteht Zuneigung und gemeinsamer Nutzen.

Wie wollen wir unsere Botschaft überbringen?
Der Kunst- und Kulturtross nutzt auf seiner Reise verschiedene mediale Formen: die mobile Ausstellung, Filme, szenische Spiele (Sprechtheater/Puppenspiel/Tanz), Konzerte, Hörstücke, moderierte Gesprächsrunden, Kunstinstallationen und -Aktionen, Printmaterial, Merchandising-Produkte, Party mit Prozessions-Elementen, Veranstaltungen mit Pferden.  

Welche Geschichten wollen wir erzählen? 
Fünf Stories sind uns wichtig:
1. Die kroatische Lebensgeschichte von Janko Sajatovic
2. Die sächsische Lebensgeschichte von Janko Sajatovic als Johann von Schadowitz sowie die Geschichten seiner Begegnung mit der Bevölkerung in der sorbischen Oberlausitz.
3. Die Geschichte von Sajatovic‘ als Sagenfigur Krabat.
4. Die Geschichte der kulturellen Renaissance der „Doppelfigur“ Sajatowic/Krabat in der Oberlausitz und in der slowenisch-krotischen Gebirksregion Zumberak

Welche Routenpunkte wollen wir nehmen?
15-20 Routenpunkte durch fünf EU-Staaten: 1. Deutschland:  Groß Särchen / Hoyerswerda / Schwarzkollm, Kamenz / Bautzen, Dresden / Pirna – 2. Tschechien: Usti nad Labem, Mlada Boleslav, Prag, Hradec Kralove, Brno – 3. Österreich: Wien, Graz  – 4. Slowenien: Ptuj – 5. KroatienZagreb / Sisak, Karlovac, Sošice. 

(Eine ausführliche fünfseitige Projektskizze kann gern bei mir angefragt werden.)