Lokales Bündnis: Soziokultur trifft Wirtschaft!

Ein Bundesförderprogramm für lokale Bündnisse in strukturschwachen Regionen, feuert meine Fantasie an. Ich schreibe eine Ideenskizze und arbeite mit einem Partner Projektbeispiele aus.

Soziokultur trifft Wirtschaft – Wirtschaft trifft Soziokultur (Arbeitstitel)

1. Ausgangspunkt
Es ist eine Besonderheit der Soziokultur von Hoyerswerda, dass diese seit der Wiedervereinigung 1990 aus der Not heraus (als „Schrumpfungsstadt“ Nr. 1 in der Lausitz-Region) kreative Projekt-Bündnisse und -Kooperationen einging: 
1. mit den Künsten (Film, Tanz, Theater, Musik, bildende Kunst) 
2. mit der Bildung (Kitas, Schulen und Berufsschulen)
3. mit den Wissenschaften (Sozial- und Naturwissenschaften). 
Zahlreiche erfolgreiche und nachhaltig wirkende Projekte zeugen davon: https://www.kufa-hoyerswerda.de/archiv/projekte-archiv.

Da durch den bundespolitisch beschlossenen Braunkohle-Ausstieg in der Lausitz erneut ein Strukturwandel durch die Tür tritt, möchte die (höchstalarmierte) Soziokultur von Hoyerswerda sich in einem neuen Kooperationsfeld versuchen: In einem Bündnis mit der lokalen Wirtschaft!

2. Die Idee
Die Soziokultur von Hoyerswerda fand in der lokalen Wirtschaft schon immer Veranstaltungs-Partner und Sponsoren. Doch nun soll der Spieß umgedreht werden, die den üblichen „Unterstützungsfluss“ umkehren könnte. Gemeinsam wollen lokale Wirtschaft und Soziokultur der Frage nachgehen: Wie kann die Soziokultur in Hoyerswerda aktiv an der Entdeckung und Beschreibung neuer Geschäftsideen teilhaben? In welcher Form kann sie dazu unterstützend mitwirken?

Die Entdeckung und Beschreibung neuer Geschäftsideen durch die Soziokultur ist für Hoyerswerda keine wirklich neue „Erfindung“. Dies wurde unter sozialwissenschaftlicher Begleitung bereits in einem Projekt der Kulturfabrik Hoyerswerda im Jahre 2012 versucht: https://www.kufa-hoyerswerda.de/auszeit-nachdenken-uber-h.html

Die damaligen Entdeckungen und Beschreibungen versandeten jedoch im Nirwana, weil es kein „formalisiertes“ Bündnis mit der lokalen Wirtschaft und deren Netzwerken gab. Dies soll nun geändert werden. Das Konzeptions-Projekt stellt sich deshalb folgende zentrale Fragen:
1. Mit welchen konkreten Formaten kann die Soziokultur die Entdeckung, vertiefende Erkundung und konzeptionelle Beschreibung von Geschäftsideen unterstützen? (z.B. digitales Ideenpool, nachfragende Ideen-Interviews/inklusive Transkription und Auswertung, kollektive Brainstorming-Formate)
2. Wie und mit wem konkret kann eine verbindliche Verknüpfung von Geschäftsidee und ihrer „In-Wert-Setzung“ gelingen? Wie kann die Soziokultur unterstützend und motivierend eingreifen?
3. Wie kann der Übergang gestaltetet werden von der Geschäftsidee zur fundierten Businessplanung? Und wie kann die Soziokultur dabei unterstützend mitwirken?
4. Gibt es spezielle soziokulturelle Formate, die sogar (temporär) Bestandteil der Geschäftsidee werden können? (z.B. Vorproduktion benötigter soziokultureller Produkte)

In den folgenden Skizzen wollen wir vier Projekte vorstellen, an deren innerer methodischen und logistischen Logik die Notwendigkeit eines solchen neuen Bündnisses verdeutlicht werden soll.

Die vier Beispiel-Projekte drehen sich um folgende Stichworte: 1. Terra Preta; 2. Erdwärme; 3. Repair Center; 4. Krabat-Sajatovic-Passage. Und werden demnächst hier veröffentlicht.