Marx, die Automatisierung, die KI und die Lausitz (3/14): Steuern und Umverteilung oder Systemwechsel?

Ich diskutiere mit der KI Gemini ein ökonomisches System-Paradoxon, das mich zur Zeit sehr umtreibt. Schritt für Schritt arbeite ich mich dabei an die an die Frage heran, wie sich das in der Lausitz und in Hoyerswerda widerspiegeln könnte. Ein KI-Protokoll.

Steuern und Umverteilung oder Systemwechsel?
Die KI fragte mich am Ende des 1. Teils: „Welchen dieser Wege hältst du für realistischer? Den eher reformistischen Weg über Steuern oder den radikalen Umbau, bei dem wir uns von der Idee „Lohn gegen Überleben“ verabschieden?“

ICH WEISE DIE KI AN:
Überdenke beide Wege.

DIE KI ANTWORTET:
Wenn wir beide Wege – den reformistischen (Steuern/Umverteilung) und den radikalen (Post-Knappheit/Systemwechsel) – kritisch überdenken, stoßen wir auf fundamentale Hürden, die tief in der Marx’schen Logik verwurzelt sind.

1. Überdenken des reformistischen Weges (Maschinensteuer/BGE)
Dieser Weg versucht, den Kapitalismus vor sich selbst zu retten, indem er das Realisierungsproblem löst: Die Menschen erhalten Geld, um die Waren zu kaufen, die sie selbst nicht mehr produzieren.

  • Das Problem der Profitrate: Marx würde argumentieren, dass eine massive Maschinensteuer die Profitrate noch schneller senken würde. Wenn der Staat den Mehrwert fast vollständig abschöpft, um ihn als BGE zu verteilen, schwindet für das private Kapital der Anreiz zu investieren. Das System gerät in eine Stagnation.
  • Die Machtfrage: Wer kontrolliert die Algorithmen und Roboter? Auch wenn die Menschen Geld bekommen, bleiben sie in totaler Abhängigkeit von den Besitzern der Technologie. Es entstünde ein „Renten-Kapitalismus“, in dem eine kleine Elite über die Zuteilung von Lebensmitteln und Gütern an die „überflüssige“ Masse entscheidet. Das ist eher eine Form von technologischem Feudalismus als eine Lösung.

2. Überdenken des radikalen Weges (Post-Knappheit/Eigentumswechsel)
Dieser Weg folgt der Idee, dass die Produktivkräfte (KI, Robotik) die alten Produktionsverhältnisse (Lohnarbeit, Privateigentum) einfach „sprengen“, weil diese nicht mehr passen.

  • Das Problem des Übergangs: Wie kommen wir von hier nach dort? Eine Welt ohne Preise und Warenform setzt voraus, dass fast alle lebensnotwendigen Güter im Überfluss vorhanden sind. Solange aber Energie, seltene Erden oder Grund und Boden knapp sind, bleibt die Warenlogik bestehen.
  • Widerstand des Systems: Die Geschichte lehrt (und das reflektiert ja auch dein Projekt „Damast“ am Beispiel von 1806), dass alte Strukturen nicht freiwillig weichen. Die Einführung des Code Civil oder die Gewerbefreiheit waren damals gewaltige Umbrüche, die oft mit Kriegen und Krisen einhergingen. Ein System, das auf Verwertung basiert, wird eher „künstliche Knappheit“ erzeugen (z.B. durch Patente, Abonnements und digitale Schlösser), als den Überfluss zuzulassen.

Synthese: Wo liegt der Ausweg?
Vielleicht liegt die Lösung nicht in einem „Masterplan“, sondern in einer schleichenden Transformation, die an den Rändern des Systems beginnt:

  1. Entkopplung von Existenz und Arbeit: Zuerst müssen Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Grundversorgung der Profitlogik entzogen werden (De-Kommodifizierung).
  2. Lokale Resilienz: In Regionen wie der Lausitz oder Hoyerswerda könnte man durch lokale Energiekreisläufe und genossenschaftliche Produktion (vielleicht sogar eine moderne Form des Handwerks, ähnlich wie die Damastweberei, aber digital unterstützt) eine Teil-Autonomie vom Weltmarkt schaffen.
  3. Wissen als Gemeingut: Die einzige Ressource, die durch Teilen mehr wird, ist Wissen. Wenn die KI-Modelle und Baupläne für Roboter Open Source sind, kann die Produktion dezentralisiert werden.

Mein Fazit nach dem Überdenken: 
Der reformistische Weg ist wahrscheinlich die notwendige Brücke, um einen sozialen Kollaps zu verhindern. Aber langfristig ist er instabil. Ohne eine Änderung der Eigentumsverhältnisse an der „toten Arbeit“ (den Maschinen) wird das Paradoxon der schwindenden Kaufkraft immer wieder aufbrechen.
Was denkst du: Ist der Mensch psychologisch überhaupt bereit für eine Welt ohne den „Zwang zur Arbeit“, oder würde das System-Problem dann in ein gesellschaftliches Sinn-Problem umschlagen?

BEACHTE: Die KI kann Fehler machen. Ich protokolliere hier nur.