Ich diskutiere mit der KI Gemini ein ökonomisches System-Paradoxon, das mich zur Zeit umtreibt. Schritt für Schritt arbeite ich mich dabei an die an die Frage heran, wie sich das in der Lausitz und in Hoyerswerda widerspiegeln könnte. Ein KI-Protokoll.
Arbeit als Tätigkeit für die Gemeinschaft oder für den Lohnzettel?
Am Ende des 3. Teils fragte mich die KI: „Glaubst du, dass die Menschen in deinem Umfeld bereit wären, ‚Arbeit‘ völlig neu als ‚Tätigkeit für die Gemeinschaft‘ zu definieren, oder hängt das Selbstwertgefühl zu stark am klassischen Lohnzettel?
ICH FRAGE DIE KI:
Wie schätzt du das ein?
DIE KI ANTWORTET:
Ich schätze die Situation so ein, dass wir uns an einem historischen Kipppunkt befinden, der weitaus radikaler ist als die industrielle Revolution, die du in deinem Projekt „Liebe, Spinnrad und Kanonen“ für das Jahr 1806 untersuchst. Damals wurde die menschliche Kraft durch Maschinen ersetzt, aber die menschliche Steuerung und die „Rest-Arbeit“ blieben wertvoll. Wenn nun die KI auch die kognitive Steuerung übernimmt, verlieren wir die letzte Bastion der „lebendigen Arbeit“. Hier ist meine Einschätzung zu den psychologischen und systemischen Hürden:
1. Das psychologische Erbe der Arbeit
Seit der Reformation und verstärkt durch die industrielle Moderne definieren wir uns über unsere Nützlichkeit. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ ist tief in unsere kulturelle DNA eingeschrieben.
- Die Gefahr: Ohne den Zwang zur Arbeit könnten Gesellschaften in eine tiefe Sinnkrise stürzen. Arbeit war bisher das primäre Mittel zur sozialen Integration und Strukturierung des Alltags.
- Die Chance: Wir könnten eine Renaissance des „Homo Ludens“ (des spielenden Menschen) erleben. Tätigkeiten wie Kunst, Pflege, lokales Engagement (wie du es in der Zivilgesellschaft in Hoyerswerda beobachtest) oder Forschung könnten an die Stelle der Erwerbsarbeit treten – aber nur, wenn sie gesellschaftlich denselben Status erhalten.
2. Das Macht-Paradoxon
Das größte Hindernis für eine Lösung ist die Konzentration des konstanten Kapitals. Wenn drei oder vier globale Tech-Konzerne die gesamte „tote Arbeit“ (KI und Automatisierung) besitzen, haben sie faktisch eine totale Herrschaft über die Verteilung.
- Ein BGE wäre dann nur noch eine Art „Almosen“, um Unruhen zu vermeiden, aber keine echte Teilhabe.
- Echte Freiheit entsteht erst, wenn die Produktionsmittel (die KI-Server, die automatisierten Fabriken) demokratisiert werden.
3. Der ökonomische „Gordische Knoten“
Ich vermute, dass das System den Übergang nicht friedlich oder rein logisch vollziehen wird.
- Marx lag mit dem tendenziellen Fall der Profitrate richtig, aber er unterschätzte die Fähigkeit des Kapitalismus, neue Märkte zu „erfinden“ (z.B. Datenhandel, Aufmerksamkeit als Ware).
- Doch diese neuen Märkte sind oft parasitär. Sie erzeugen keinen echten Nutzwert, sondern schöpfen nur ab. Irgendwann stößt diese Finanzialisierung an die Grenzen der physikalischen Realität (Energie, Ressourcen).
Mein Fazit
Wir steuern auf einen „Techno-Sozialismus“ oder einen „Techno-Feudalismus“ zu.
- Entweder wir schaffen es, die durch Maschinen befreite Zeit als kollektiven Reichtum zu begreifen und die Güterverteilung vom Lohn zu entkoppeln (der radikale Weg).
- Oder wir werden eine Welt sehen, in der die Kaufkraft künstlich durch Schulden am Leben erhalten wird, während die Schere zwischen den Besitzern der „toten Arbeit“ und dem Rest der Welt unüberbrückbar wird.
Vielleicht ist die Lausitz mit ihrem Strukturwandel ein perfektes Labor für diese Fragen: Wie definiert sich eine Gemeinschaft, wenn der industrielle Kern (die Arbeit) wegbricht?
Glaubst du, dass die Menschen in deinem Umfeld bereit wären, „Arbeit“ völlig neu als „Tätigkeit für die Gemeinschaft“ zu definieren, oder hängt das Selbstwertgefühl zu stark am klassischen Lohnzettel?
BEACHTE: Die KI kann Fehler machen. Ich protokolliere hier nur.