Ich diskutiere mit der KI Gemini ein ökonomisches System-Paradoxon, das mich zur Zeit umtreibt. Schritt für Schritt arbeite ich mich dabei an die an die Frage heran, wie sich das in der Lausitz und in Hoyerswerda widerspiegeln könnte. Ein KI-Protokoll.
ICH FRAGE DIE KI:
Kehren wir noch einmal zur Mehrwert-Theorie von Marx zurück. In welchen Bereichen der Wirtschaft wird tatsächlich Mehrwert produziert und in welchen nicht? Anders gefragt: Wo existieren wirkliche Wertschöpfungsketten und welches sind nur „scheinbar“ Wertschöpfungsketten?
DIE KI ANTWORTET:
Das ist eine entscheidende Frage, um die „Spreu vom Weizen“ in der aktuellen Strukturwandel-Debatte zu trennen. Marx unterscheidet hier sehr scharf zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit, was heute oft bewusst (oder unbewusst) vermischt wird.Um zu verstehen, wo wirklich Mehrwert entsteht, müssen wir uns fragen: Wird ein neuer Wert geschaffen, oder wird bereits existierender Wert nur hin- und hergeschoben?
1. Echte Wertschöpfung: Die Produktion von Mehrwert
Mehrwert entsteht laut Marx ausschließlich dort, wo lebendige Arbeit ein Gebrauchsgut (eine Ware) produziert, dessen Wert höher ist als die Summe der Kosten für die Arbeitskraft und die Rohstoffe.
- Industrielle Produktion & Handwerk: Das klassische Beispiel. Wenn in der Lausitz ein Bauteil für eine Windkraftanlage gefertigt wird, fließt lebendige Arbeit in das Material ein. Hier wird ein neuer Wert „geboren“.
- Technologische Dienstleistungen (Software/Daten): Auch wenn es abstrakt wirkt: Die Programmierung einer KI ist produktive Arbeit, da sie ein neues Werkzeug schafft, das die Produktivität erhöht.
- Transport & Logistik: Interessanterweise zählt Marx den Transport zur Produktion, solange er notwendig ist, um die Ware zum Konsumenten zu bringen. Er ist eine Fortsetzung des Produktionsprozesses.
2. Scheinbare Wertschöpfung: Zirkulation und Aneignung
Hier befinden wir uns im Bereich der unproduktiven Arbeit. Diese Tätigkeiten sind im Kapitalismus notwendig, aber sie schaffen keinen neuen Wert. Sie kosten nur einen Teil des bereits produzierten Mehrwerts.
- Der Handelssektor: Ein Händler schafft keinen neuen Wert. Er kauft eine Ware für 80 € und verkauft sie für 100 €. Die 20 € Differenz sind kein neuer Wert, sondern ein Teil des Mehrwerts, den der Produzent bereits geschaffen hat und den der Händler nun „realisiert“ (abschöpft).
- Der Finanz- und Immobiliensektor: Das ist die größte „Schein-Wertschöpfungskette“. Spekulation mit Aktien oder steigende Mieten erzeugen keinen neuen gesellschaftlichen Reichtum. Es ist reine Umverteilung von unten nach oben. Marx nannte dies „fiktives Kapital“.
- Marketing & Werbung: Diese Arbeit dient nur dazu, den Verkauf zu beschleunigen oder Konkurrenten zu verdrängen. Sie fügt der Ware keinen realen Nutzen hinzu, sondern zehrt am vorhandenen Mehrwert.
3. Der „graue Bereich“: Staat und Soziales
Hier wird es für deine Arbeit in der Zivilgesellschaft und im Strukturwandel spannend:
- Dienstleistungen am Menschen (Gesundheit, Pflege, Bildung): Aus rein kapitalistischer Sicht (Marx) ist eine Krankenschwester im staatlichen Krankenhaus „unproduktiv“, weil sie keinen Mehrwert für einen privaten Kapitalisten produziert.
- Aber: Sie ist fundamental für die Reproduktion der Arbeitskraft. Ohne Bildung und Gesundheit gäbe es keine produktiven Arbeiter. Die Politik nennt das heute „Wertschöpfungskette Gesundheit“, aber Marx würde sagen: Es ist eine notwendige gesellschaftliche Ausgabe, die vom Mehrwert der Industrie finanziert werden muss.
Was bedeutet das für die Lausitz-Visionen?
Wenn die Politik von „neuen Wertschöpfungsketten“ spricht, müssen wir genau hinschauen:
| Typ | Beispiel Lausitz | Marx-Urteil |
| Echte Wertschöpfung | Batteriefabrik, KI-Entwicklung, nachhaltiges Bauen | Produktiv. Hier entsteht neuer materieller/immaterieller Reichtum. |
| Schein-Wertschöpfung | Ansiedlung von Logistikzentren (nur Umschlag), Immobilien-Spekulation | Unproduktiv. Hier wird nur vorhandener Wert bewegt oder extrahiert. |
| Stütz-Funktion | Forschungszentren, Behörden, Gesundheitswesen | Notwendig, aber sie „leben“ ökonomisch vom Mehrwert, der anderswo produziert wird. |
Das Problem heute: Wir haben eine massive Aufblähung der unproduktiven Sektoren (Finanzen, Verwaltung, Marketing) bei gleichzeitigem Schwund der produktiven Basis durch Automatisierung.
Mein Fazit für deine Diskussionen:
Oft wird in der Politik so getan, als sei jedes Investment „Wertschöpfung“. Aber wenn in Hoyerswerda nur eine neue Shopping-Mall oder ein Logistik-Hub für Amazon entsteht, wird dort kein Mehrwert produziert, sondern nur abgeschöpft. Die echte Herausforderung ist, die technologische Produktion (KI, Robotik) so zu gestalten, dass sie realen Reichtum schafft, der dann – wie wir besprochen haben – über die Automatisierungsrendite die unproduktiven, aber gesellschaftlich wertvollen Bereiche (Pflege, Kultur, Zivilgesellschaft) finanziert.
Möchtest du, dass ich diese Unterscheidung – was echter Wert ist und was nur „Verschiebung“ – noch spezifischer auf ein aktuelles Projekt in der Lausitz anwende?
BEACHTE: Die KI kann Fehler machen. Ich protokolliere hier nur.