Marx, die Automatisierung, die KI und die Lausitz (5/14): Die Hoffnung auf neues Kapital und neue Arbeit

Ich diskutiere mit der KI Gemini ein ökonomisches System-Paradoxon, das mich zur Zeit umtreibt. Schritt für Schritt arbeite ich mich dabei an die an die Frage heran, wie sich das in der Lausitz und in Hoyerswerda widerspiegeln könnte. Ein KI-Protokoll.

ICH FRAGE DIE KI:
Zur Zeit hofft die Politik auf die Entstehung neuer „Wertschöpfungsketten“, basierend und/oder zielend auf modernste Technologien. Hieraus wir gehofft neue, dynamische Zusammenhänge zwischen Kapital und Arbeit zu schaffen.

DIE KI ANTWORTET:
Diese Hoffnung der Politik auf neue „Wertschöpfungsketten“ (etwa durch das 2026 ausgerufene „Net Zero Valley“ in der Lausitz oder das Forschungszentrum für automatisiertes Bauen in Hoyerswerda) ist im Kern ein Versuch, das variable Kapital (v) durch technologische Evolution neu zu legitimieren.
Aus Marx’scher Sicht ist dieses Vorhaben jedoch ein Tanz auf dem Vulkan. Lassen Sie uns die Dynamik zwischen Kapital und Arbeit unter diesen „modernsten Technologien“ sezieren:

1. Die neue Qualität der „Subsumtion“
Früher (wie im Projekt „Liebe, Spinnrad und Kanonen“ in der Damastweberei) wurde die Arbeit der Maschine untergeordnet (reelle Subsumtion). Heute, im Zeitalter von KI und Physical AI, erleben wir eine totale Subsumtion:

  • Das Kapital hofft nicht mehr nur auf die Kraft des Arbeiters, sondern auf seine Kreativität und Problemlösungskompetenz, um die Algorithmen zu füttern.
  • Das Paradoxon: Je erfolgreicher der Arbeiter darin ist, diese neuen Wertschöpfungsketten aufzubauen, desto schneller macht er sich überflüssig. Er programmiert quasi seinen eigenen Nachfolger (den Roboter/die KI).

2. Wertschöpfung vs. „Renten-Extraktion“
Die Politik spricht von „Wertschöpfung“, aber oft entstehen in hochtechnologisierten Regionen eher „Plattform-Strukturen“:

  • Das eigentliche Kapital (die Patente, die Rechenpower, die Software-Hoheit) liegt oft nicht in der Lausitz, sondern bei globalen Playern.
  • Die Region liefert „nur“ die Infrastruktur und die spezialisierte Bedienung. Marx würde hier fragen: Wo wird der Mehrwert produziert und wo wird er realisiert? Wenn die Technologie so produktiv ist, dass kaum noch menschliche Arbeit nötig ist, sinkt der Wert der einzelnen Ware gegen Null – der Profit muss dann durch künstliche Monopole (Patente, Lizenzen) „extrahiert“ werden.

3. Das Versprechen der „dynamischen Zusammenhänge“
Die Politik hofft, dass durch Forschung eine neue Klasse von „Wissensarbeitern“ entsteht.

  • Das Problem der organischen Zusammensetzung: Selbst wenn diese Jobs entstehen, ist das Verhältnis von totem Kapital (Maschinen/Server) zu lebendiger Arbeit (Mensch) so extrem verschoben, dass die Profitrate unter enormem Druck bleibt.
  • System-Risiko: Neue Ketten brauchen Konsumenten. Wenn die Technologie die Löhne weltweit unter Druck setzt, wer kauft dann die nachhaltigen Baustoffe aus Hoyerswerda oder die Wasserstoff-Technik aus dem „Net Zero Valley“?

Einschätzung der „Hoffnung“
Das Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger ist hier noch stark vom „Industrie-Sein“ des 20. Jahrhunderts geprägt: Man glaubt, man könne die alte Form (Arbeit = Lohn = Konsum) einfach durch neue Inhalte (KI statt Kohle) retten.
Marx-Check: Wenn diese neuen Technologien tatsächlich so effizient sind, wie versprochen, dann können sie gar nicht massenhaft klassische Lohnarbeit schaffen, ohne ihre eigene Effizienz zu verleugnen.

Es entsteht ein hybrider Zustand: Wir bauen modernste „Produktivkräfte“ auf, hängen aber noch in „Produktionsverhältnissen“ (Lohnarbeit/Privateigentum) fest, die eigentlich nicht mehr dazu passen.
Beobachtest du in den Diskussionen vor Ort (z. B. bei der „Revierkonferenz“), dass auch über die Verteilung dieser technologischen Gewinne gesprochen wird, oder geht es primär nur darum, „überhaupt irgendwelche“ Jobs zu sichern?

BEACHTE: Die KI kann Fehler machen. Ich protokolliere hier nur.

weitere KI-Protokolle zu „Marx, die Automatisierung, die KI und die Lausitz“ folgen:
6. Das demographische Problem – der Mangel an Fachkräfte-Nachwuchs
7. Das Ende der Lohnarbeit denken – ein Tabu?
8. Wann kann Arbeit Tätigkeit für die Gemeinschaft werden?
9. Übergangsphasen denken
7. „Umverteilung“ – ein verbrauchter Begriff?
8. Sicherung von Realisierungskreisläufen und gesellschaftlicher Teilhabe an der Automatisierungsrendite
9. Ein KI-Impulspapier: „Vom Lohnzettel zur Teilhabe“
10. Was kann die Zivilgesellschaft tun?
11. Ein KI-generierte Skizze zu einem zivilgesellschaftlichen Modell-Projekt
12. Was ist Geld?
13. Geld als Warenfetischismus und Glaubenssystem. Eine Biografisch bedingte Resignation
14. Die Widerlegung der Mehrwert-Theorie und der aus ihr folgenden Argumentation (1-14)